Tag zwei + drei

An unserem zweiten und dritten Tag kamen wir morgens eher langsam auf die Räder. Der erste der beiden war eben einfach noch der erste der gesamten Tour und wir schauten nicht so recht auf die Zeit. Unseren zweiten Morgen begannen wir zusammen mit Karin bei einem köstlichem, ausgiebigen, sehr netten und geschichtenreichem Frühstück mit Kaffee und allem was der Kühlschrank hergab. 

 

Aber eines nach dem Anderen.

Wir hatten die ersten 100km geknackt. Yeah!

Nach vielen, vielen, schönen und vor allem trockenen Deichkilometern war es an der Zeit ein Plätzchen für die Nacht zu finden. Diesmal versuchten wir unser Glück beim, wir nenen es: "Vorgartenzelten". 

Das geht so:

Ausschau halten nach einem netten Häuschen mit zeltbarem Garten.

Die Frau vorschicken und klingeln.

Fragen ob man im Garten das Zelt aufstellen darf.

Eigentlich ganz einfach.

Beim zweiten Versuch standen wir dann schließlich bei Karin in einem Träumchen von Garten, ob das nun der Vor- oder Hintergarten ist, bleibt offen aber wir hatten ein schönes Plätzchen und genossen zwischen frischem Schnittlauch und Rosen die verbleibende Sonnenstunde.

 

Am nächsten Morgen, Stefan hatte gerade begonnen die Milch für unser Müsli anzusetzen, kam der fragende Ruf nach: Kaffee? aus dem Fenster. Dem konnten wir natürlich nicht wiederstehen und kaum hatten wir unsere Schuhe im Eingang ausgezogen, saßen wir zusammen mit Karin am runden Tisch und den originalen ostfrisischen und sehr bequemen Sofas. Die Geschichte wie es eine Ostfriesin hinter den Elbdeich zwischen Lauenburg und Hitzacker verschlagen hat, begleiteten unser Gemumpel.

Doch bekanntlich soll man ja gehen, wenn es am schönsten ist und somit verabschiedeten wir uns herzlichst und bogen über die Wiese wieder auf den Deich hinaus!

Danke Karin!

 

Die Sonne hatte sich durchgesetzt, sodass wir herrlichstes Radlerwetter genossen,  gleichwohl wir doch tüchtig mit dem Südwind - wir nennen ihn aktuell auch einfach Gegenwind - zu strampeln hatten.

Man könnte meinen, Deichfahren wird auf die Dauer doch sicher eintönig, aber von Eintönigkeit kann absolut nicht die Rede sein. Gefühlt verändert sich mit jeder Windung des Flusses und des dazugehörigen Deiches, die Umgebung. Von riesigen Fachwerkhäusern mit verwunschenen Gärten hin zu teils überfluteten Wiesenlandschaften.

 

Wildzelten ist in dieser Gegend aufgrund von Biospherenreservat natürlich absolut tabu und daran wollen wir uns natürlich auch halten. Dank MAPS.ME wurden wir auf die Zeltmöglichkeit beim Bootsclub von Cumlosen aufmerksam. Vom Clubcheff persönlich erhielten wir die Erlaubnis unser tragbares Heim neben dem Vereinshaus zu platzieren, obwohl eigentlich noch keine Saison ist und niemand vor Ort ist. Doch bevor wir uns häuslich einrichteten, musste noch etwas erledigt werden. Ein Bad in der Elbe! Man will ja schließlich sauber in den Schlafsack. … brrrrr, kalt aber sehr erfrischend.

 

Mit den letzten Sonnenstrahlen beendeten wir unseren Tag und verschwanden, begleitet von lautem Frösche-Konzert, in unsere Schlafsäcke.

 

 

Lena und Stefan

 

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Kommentare: 2
  • #1

    Rüdiger (Mittwoch, 05 April 2017 20:41)

    Alles gut. Dass ihr überhaupt vorwärts kommt, bei der Menge Proviant, die ihr mit dabei habt... Aber Fahrradfahren kostet auch Kraft. Rüdiger

  • #2

    Bettina Scheller (Freitag, 07 April 2017 11:34)

    Hallo Ihr Zwei,
    ich war sehr erstaunt, als Maria mir von Eurem Projekt erzählt hat. Mut, Herausforderung und Fernweh haben Euch sicher auf den Weg gebracht? Wir wünschen Euch eine erlebnisreiche Tour, Gesundheit, Motivation, nehmt jedes Land auf seine Art an und versucht auch ein bisschen Lebensart zu spüren ohne immer den Vergleich mit unserem Luxus Leben zu ziehen. Alles Gute und wir werden mit Spannung Euren Blog verfolgen. Ganz liebe Grüße aus Radebeul von Bettina und Jürgen