50 km/d - aus dem Radlerleben

Vorwort:

Wir sind jetzt 10 Tage unterwegs. Kein Vergleich mit dem, was wir noch vor uns haben oder was andere vor uns schon geleistet haben. Hier ein kurzer Abriss der bisherigen Erfahrungen, wohl wissend, dass sich da noch ein wenig tun wird.

 

 

 

 

 

Ein Jahr Auszeit - oder mit den Worten eines meiner besten Freunde:  52 Montage nicht in's Büro.

Klingt super.

Fast jeden Tag ausschlafen. Gemütlich Frühstücken. Lange Pausen. Endllich mal Zeit zum Lesen!

Und ja viel Radfahren auch bei schlechtem Wetter und so - aber sonst…

Dürfen wir vorstellen: Die Realität

Der Wecker klingelt in der Regel 7:30 Uhr. Danach heißt es Taschen packen und zumeist auch Zelt abbauen.

Gleichzeitig macht einer von beiden Frühstück - man muss die Zeit ja effizient nutzen - schließlich will man noch was schaffen!

Essen.

Nach Möglichkeit Geschirr spülen.

Zähneputzen!

 

Dann heißt es pedalen bis zur Mittagspause. 

Teilweise wird auch das zu einer Art Stress. Man muss sich förmlich zwingen, das zeitaufwendige Absteigen in Kauf zu nehmen um dann doch diese eine Sache da zu fotografieren. Außerdem hat man ja auch noch diese eine lustige Vorstellung für so ein Video im Kopf. Da müsste man jetzt hier eigentlich anhalten, das Stativ aufbauen, zurückfahren, durchs Bild radeln und dann wieder zurück, die Kamera holen und schauen wie's geworden ist…

Dann wechselt das Wetter ständig. Anziehen, ausziehen, umziehen - zu warm, zu kalt.

 

Endlich Mittagspause! Kochen. Zelt rausholen - weil das ist ja noch nass vom Regen.

Und wenn es nicht geregnet hat, dann ist es noch nass vom Kondenswasser. Gleiches gilt für die Schlafsäcke.

Eigentlich ist immer alles nass.

Essen.

Route checken und weiteres Vorgehen planen. Evtl Zeltplatz oder Pension anrufen.

Danach noch je nach Möglichkeit Geschirr abwaschen, Kocher und alle Fressalien wieder verstauen.

Dann geht's wieder auf's Rad.

 

An der Unterkunft heißt es natürlich wieder Zelt aufbauen, alles einrichten, essen kochen.

Jetzt möchte man auch eigentlich schon in's Bett.

Aber halt!

Tagebuch tippen!!! Schließlich will man alles gut dokumentiert haben um möglichst lange noch was von der Reise zu haben. Aus dem Tagebuch natürlich noch einen Blogartikel ableiten - man hat ja Freunden und Familie schließlich was versprochen!

Passende Fotos zum Blog-Eintrag raussuchen.

Fotos sichern! Also einmal von 3 Kameras Daten auf den Rechner und möglichst noch woanders hinkopieren. Wem schonmal eine Speicherkarte einfach von jetzt auf gleich den Dienst verweigert hat, der weiß wie sinnvoll das sein kann.

Und natürlich die Route! Die gute, hart erfahrene Route!

GPS Gerät nehmen, Wegpunkt setzen und nach Möglichkeit den Track auf's Handy packen, damit auch der auf der Internetseite erscheint.

Und zack ist's auch schon dunkel und kalt. Ab in's Bett also.

Hier im Schlafsack könnte man noch ein wenig lesen. Ich schaffe so 2,5 Seiten bei Schriftgröße 1000 auf dem eReader bevor mich die Erschöpfung gegen halb 9 in den Schlaf reißt.

 

Mit Glück ist die Nacht angenehm und das Kondenswasser tropft einem nicht ständig in's Ohr. Mit Glück hat man keine Raben, Möwen oder sonstige lautstark krakelenden Quälgeister direkt über dem Zelt sitzen. Mit Glück fühlt man sich sicher genug, so dass man nicht bei jedem Knacken im Wald aufschreckt und 20 Minuten warten muss bis der Puls wieder auf schlafmögliches Niveau gesunken ist.

Mit Glück kann man also wieder bis 7:30 Uhr AUSSCHLAFEN um das ganze von neuem zu durchleben.

 

Und täglich grüßt das Murmeltier!

 

 

Stefan

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Kommentare: 2
  • #1

    Katja (Donnerstag, 13 April 2017 01:17)

    :D Ach wie ich mich morgen auf die Arbeit freue: Ausschlafen bis 9, Frühstücken, zur Arbeit düsen, Rechner anmachen, Teechen trinken, ein bisschen auf den Tasten klimpern und ab in den Feierabend :P

  • #2

    Radlerfreund (Donnerstag, 13 April 2017 07:34)

    Klingt irgendwie nach Stress. :-)) oder auch :-((
    Ich wünsche euch beiden, dass ihr relativ bald den Weg findet und nicht ständig das Ziel vor den Augen habt. Was bringt es sich ständig unter Druck zu setzen?
    Weniger ist manchmal mehr. Nehmt euch Zeit, genießt die Momente auf der Reise und plant auf jeden Fall mehr Zeit ein ...
    Gutes Gelingen und stets die richtige Motivation in den Beinen und im Kopf.

    Ewu