Sommer im April und Emil in der Werkstatt

Streckentechnisch begann unser Tag wie der gestrige endete. Das heißt ziemlich hügelig. Und hügelig mit ca. 60kg schweren Fahrrädern bedeutet schwitzen und gaaaaanz langsames Steigungen hinaufkurbeln. Inzwischen sieht man selbige immerhin, was hinsichtlich der Anstrengung nur noch mehr Kräfte mobilisieren bedeutet. Denn bis heute verhielt es sich mit den Anstiegen so, dass man diese eher spürte als sah.

Doch jede Mühe und jedes Ächzen ist vergessen sobald es geschwind wieder hinunter geht. Auch landschaftlich wurden wir belohnt. Wir waren in der sächsischen Schweiz angekommen. Aus den Hügeln wurden auch schon mal kleine Berge. Unsere vorerst letzte Talfahrt flogen wir rasant mit ca. 40km/h den Asphalt hinab in ein schönes Tal mit Gebirgsflüsschen.

Bei dem Tempo wird's nicht nur wackelig auf unseren Eisenschweinen, sondern auch Laut um die Ohren und gar fröstelich. Also schnell wieder in die Sonne. 

Auch wenn ich diesen Teil von Deutschland nur kurz vom Sattel aus zu gesicht bekommen habe, kann ich es allen Wanderfreunden nur empfehlen!

 

In Bad Schandau machten wir uns nach dem Besuch in der Apotheke auf die Suche nach einem Reperaturservice für meinen Emil, denn leider knackte es seit gestern bedenklich am Tretlager. Das war komplizierter als vermutet. Entweder waren diese für immer geschlossen oder nur Fahrradverleih. Auf Empfehlung eines Mannes mit dem Vertrauen erweckenden Namen Örnie machten wir uns dann auf nach Decin. Kennt ja jeder ;) liegt schließlich direkt hinter der Grenze. 

 

Bei lauschigen 27°C fuhren wir dann in die Tschechei ein. Die Sonne knallte, Emil knackte und unsere Mägen knurrten. Nach kurzer Futterpause strampelten wir weiter. Eher durch Zufall fragten wir bei einem Bikeshop, welcher uns dann kurzerhand zu deren Werkstatt verwieß und uns auch noch einen Camingplatz in der Stadt (und nicht wie wir dachten noch weitere 7km außerhalb) empfohlen hat. 

Diagnose: Emil braucht wohl ein neues Tretlager!!!

So ein Teil hätten die aber nicht auf Lager hieß es. Kann zu morgen bestellt und eingebaut werden und der Gute wäre morgen gegen 12:00 wieder Trittsicher. Das ganze in einem Kauderwelsch von Deutsch, Englisch und Tschechisch.

Wir hatten das Glück auf unserer Seite. Statt den Drahtesel vor Ort zu lassen und das Gepäck zum Zelplatz zu tragen (unmöglich) wurde uns angeboten, das Rad in ca. 1 Std vom Campingplatz zu holen und morgen top fit, wieder dahin gebracht werden. 

Na wenn das mal gut geht.

Der Campingplatz war direkt um die Ecke und kaum waren wir mit Aufbauen fertig, da kam auch schon ein VW-Bus. Emil wurde auf den Gepäckträger geschnürt und mit dem Versprechen: " Tomorrow at eleven, here"  fuhr er von dannen. Tja da stand ich nun, ohne irgendeine Telefonnummer und mein treuer und teurer Emil war ganz auf sich allein gestellt. Aber was war eines der Dinge die wir auf dieser Reise lernen sollten? Vertrauen!

Und der Typ vom Campingplatz wusste ja auch Bescheid!

 

Nach dem Duschen machten wir uns in der, für Gäste zur Verfügung gestellten, Jurte breit und bequem. Nutzten das WiFi um unseren TV-Auftritt in den Blog einzubinden und um zu schlemmen. 

Es ging spät in die Koje, da wir ja auch nicht früh raus mussten.

 

 

Nachtrag:

Inzwischen sind wir fast in Prag angekommen und Emil ist gesund und munter wieder bei uns!

Vielen Dank an Alle die geholfen haben!

Und wenn ihr mal dort sein solltet: http://www.kempdecin.cz oder http://www.cyklopujcovna.com

 

Lena

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Kommentare: 2
  • #1

    Rüdiger (Donnerstag, 13 April 2017 07:27)

    Glück ist das Wichtigste. Und man sieht wieder mal, dass unsere ganze Welt nur mit Vertrauen und Hoffnung funktioniert. Leider wird Vertrauen oft genug ausgenutzt, da hilft Hoffnung auch nicht mehr...

  • #2

    Johanna (Donnerstag, 13 April 2017 17:59)

    Wieso eigentlich Emil ? Und Emma ? Die Geschichte kenn ich noch nicht. Viel Spaß euch beiden in Prag