Ostern, Prag und Hinterland

Ostern in Prag.

Das kann ich nur empfehlen, wenn man sich von den Massen über die Karlsbrücke, durch die Altstadt oder hoch zur Burg schieben lassen möchte. Oder man muss sich abseits der touristischen Sehenswürdigkeiten die Stadt anschauen.

 

Auf den Ostermärkten, ich glaube es sind 4 oder 5, gibt es zahlreiche Leckereien und vieles rund um Ostern. (Diese Märkte sind übrigens den ganzen April über in Prag)

 

Wie wir gelernt haben, ist Ostern in Tschechien ein Fest bei dem das ganze Dorf mit feiert!

Die Frauen bemalen traditionell Eier und die Männer drehen ihre Ruten-Runde durch das Dorf. Sie treiben dabei mit ihren Weidenruten die bösen Geister bei den Frauen aus und erhalten dafür dann die bunten Eier und bunte Bänder an ihre Ruten.

 

Als wir uns aber schließlich von Prag nach Wien machten, war von der Osterdeko, welche in Deutschland in Form von vielen bunten Plastikeiern die Vorgärten schmückten, nichts mehr zu sehen.

Keine Osterfeuer und auch von den Ostertraditionen war nix zu sehen. Doch am Ostermontag löste sich das Rätsel auf:  Inzwischen scheint es sich dabei eher um eine Aktion für die Kinder zu handeln, welche vorzugsweise mit ihren Vätern, von Haus zu Haus laufen um ihre Körbe mit Süßem befüllen zu lassen.

Dank der Berliner Osterhäsin Svenja, erfreuten wir uns in einer Kaffeepause an 200g Lindt-Goldhasen!

 

Wir folgen nun dem Greenways Prag - Wien Radweg, oder wie ihn Stefan auch gerne nennt: dem Zwiebelweg. OK, ich geb' ja zu, dass das Logo beim Vorbeifahren auf den gelben Hinweißschildern vermeintlich eine Zwiebel erkennen lässt (ein grünes Lindenblatt mit einer weißen Spirale drauf).

 

Auch das April-Wetter scheint in Tschechien hinlänglich bekannt zu sein. Schon die letzten zwei Tage vor Prag begannen mit Nieselregen und ab Mittag wurde es wieder sonnig bis wechselhaft! Doch was wir jetzt erleben übertrifft dies bei Weitem. Sonne, Regen, Gegenwind, Rückenwind, Hagel und Schnee geben sich sich die Klinke in die Hand und machen uns das Radlerleben nicht immer ganz einfach! Uns ist schon klar, dass es kein schlechtes Wetter sondern nur falsche Kleidung gibt. Dennoch: Wenn man gleichzeitig schwitzt und fröstelt bis friert, wird das mit der Kleidung beim bergauf schleichen und bergab rasen einfach schwierig!

 

Die derzeitigen Abschnitte werden im dazugehörigen PDF Dokument als "wellig" bezeichnet! Wir würden für die Beschreibung der Landschaft eher auf den dänischen Wortschatz zurückgreifen und nennen es mal "hügeli". Das passt schon eher - auch wenn das eigentlich eine ganz andere Bedeutung hat. Für uns sind es schon kleine Berge, welche wir schwitzend und aufgrund der Temperaturen von 4 Grad, schnaufend wie Dampfloks hinauf pedalen.

 

 

Auch die kleineren Flüsse haben hier nur noch weiße Nummern auf schwarzen Schildern. Ich stelle mir die tschechische Dorfjugend vor, welche sich für abends verabredet: "na, treffen wir uns heute Abend an der 0064? Och nö, lass mal lieber an die 0270!"

 

Lena

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Kommentare: 3
  • #1

    Rüdiger (Mittwoch, 19 April 2017 23:43)

    He, ihr seit ja fast am Ziel. Krasse Sache das, mit dem Wetter und der Kleidung. Wäre gar nichts für mich. Aber ein toller Look ist das trotzdem. Viel Glück und Spaß noch.

  • #2

    Viola (Donnerstag, 20 April 2017 19:23)

    Und funktionieren die super schicken Regenröcke?

  • #3

    Gaby (Freitag, 21 April 2017 19:27)

    Wunderbares Video. Ihr seht glücklich aus. Das bleibt hoffentlich so, auch wenn nicht immer alles glatt geht.
    Hab euch lieb!