Sabaidee, ein leises dann lautes Willkommen

Grenzen sind immer etwas anstrengend und eine Prise Aufregung gehört auch dazu. Vor allem da wir diesmal ein Visa on arrival, sprich das Visum direkt an der Grenze beantragen wollen. 

Doch unser Grenzübergang von Vietnam nach Laos war  nach anfänglichen Findungs-Problemen unsererseits, mit Abstand der entspannteste. Zumindest seit dem wir die Türkei verlassen haben. 
Ohne viele Worte, aber dafür stets freundlich und mit einem Lächeln im Gesicht bekommen wir unsere "visa on arrivel", sogar zum gelisteten Preis. (Andere haben bei anderen Grenzen von purer Abzocke/korrupten Beamten berichtet) 
Wir rollen den Pass hinunter, kommen durch kleine Dörfer und viele Felder. "Hast du das gehört?" frage ich Stefan. Er: "was denn?" Ich: "ganz genau, es wird nicht mehr gehupt!" Diese Stille, Sie ist Balsam für unsere geschundenen Gehörgänge und unsere reichlich strapazieren Nerven. In Vietnam hatten wir nach kurzer Zeit Mordgedanken bzgl jeglicher Form motorisierter Verkehrsteilnehmer. 
Und auch sonst ist es sehr viel stiller in diesem Land. Was nicht heißt das sich niemand freut uns zu sehen, ganz im Gegenteil. Es wird gelächelt, verhalten gewunken und unser Sabaidee (Hallo auf Laotisch) freudig erwidert. 
Im Laufe unserer Tage in Laos verändert sich diese stille Begrüßung durchaus nennenswert. Kinder rennen freudig rufend und winkend an die Gartenzäune und geben keine Ruhe bevor wir ihre Begrüßung nicht erwidern. Den Kindern wird das Winken von Klein auf an beigebracht und manchmal wird so eifrig gewunken, dass man sich schon Sorgen um die Hand des Kindes macht. 
Aber im Vergleich zu China, wo vorzugsweise einfach nur kommentarlos, grußlos und mit offenem Mund geglotzt wurde und Vietnam, in dem einfach gerne mal der Inhalt unserer Taschen inspiziert wurde, freuen wir uns hier über die freundliche und zurückhaltende Art. 
Auf dem Markt zerrt keiner an uns damit wir  dies oder jenes kaufen. Nein im Gegenteil, sie weisen dich sogar darauf hin, wenn dir Geld runter gefallen ist. Verdammt ehrlich die Laoten. Selbst als wir direkt am Mekong zwischen den Fischerbooten zelten wird zwar interessiert geschaut aber man lässt uns unseren Raum. Es kommt nichtmal jemand  näher als 5 Meter an uns heran.  

 

Je weiter wir in Süden kommen umso lauter wird es. Ganze Schulklassen zwängen sich durch Stacheldrahtzäune um uns die Hände zu schütteln und Fotos mit uns zu machen. Auch die anfängliche allgemeine Stille wird hier durch laute Musik ersetzt. Wirklich überall Brüllen einen Lautsprecher an. In Vietnam waren an jeder Ecke Karaoke-Bars und hier? Feiert gefühlt immer irgendwo in unserer Nähe irgendwer und vorzugsweise sehr laut. Also werden wir nicht nur durch die Rufe der Geckos sondern auch durch laute Musik in den Schlaf begleitet. 

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Kommentare: 2
  • #1

    Hilmar (Donnerstag, 22 März 2018 07:36)

    Hallo aus Hamburg. Hab gerade beim Radladen in der Friedensallee einen Aushang über euch gesehen. Schöne Berichte, gute Reise noch und viel Glück.

    Hilmar

  • #2

    Viola (Sonntag, 25 März 2018 06:03)

    Eure Füße sind der Hit!!!
    Bin gespannt, was ihr dann in Bezug auf Geräuschpegel und Distanz aus Kambodscha berichten werdet. Spannend diese Unterschiede.