Türkei

Über 50 Tage haben wir in der Türkei verbracht. Dabei haben wir 1925 km auf dem Rad und insgesamt 90 km im Auto zurückgelegt. 
Im Auto? 
Ja, im Auto! Unaufgefordert hielt beispielsweise ein kleiner Transporter und der Fahrer fragte, ob er uns mitnehmen soll. Da haben wir nicht nein gesagt und 40km waren schnell geschafft. Aktiv gefragt haben wir nur einmal aus Zeitgründen. 
 
Route 
Nach der Grenze von Bulgarien bis nach Kirklareli fährt man einen schönen Abschnitt. Dort finden sich auch 2-3 Wasserstellen in unregelmäßigen Abständen.
 
Route nach Istanbul: von Kirklareli nach Sariyer kann man machen,  muss man aber nicht! Sehr hügelig und landschaftlich nicht gerade umwerfend. Solange die D20 noch eine Baustelle um den Flughafen ist, fährt man dort aber eher Umwege.
 
Die Einfahrt nach Istanbul entlang des Bosporus ist sehr zu empfehlen. Sehr angenehm zu fahren und schöne erste Eindrücke.
 
Die Ausfahrt aus Istanbul haben wir uns mit der Fähre nach Yalova einfach gemacht. Der folgende Abschnitt nach Ankara ist traumhaft. Teils extrem hügelig bis bergig und dementsprechend anstrengend, aber es lohnt sich. Hinter jedem Hügel/jeder Kurve verändert sich die Landschaft aufs neue.
 
Von Ankara ging es über Kirsehir nach Geröme und von dort weiter nach Sivas.
Auf letzterem Abschnitt fährt man eigentlich nur dicke Fernstraße. Deshalb ist der kleine Umweg über Kayadibbi nach Sivas (Video) definitiv zu empfehlen. 
Die Steigungen halten sich nämlich in Grenzen, auch wenn Einheimische dramatisch von diesem Weg abraten.
 
Geröme/Kappadokien ist ebenfalls unbedingt zu empfehlen. Wunderschöne Landschaft und jede Menge zu erleben. Es ist zwar sehr touristiach, man kann aber auch Ruhe finden. Ballonfahrt unbedingt machen! 
 
Von Sivas nach Erzincan schnauften wir uns die ersten 2.000m Pässe hinauf. 
Weiter ging es nach Erzurum und auch hier ging es wieder auf über 2000m hoch. 
Allgemeines
  • Wenn es nicht gerade ein angeschlossenes Restaurant an Tankstellen gibt, dann bekommt man dort oftmals direkt Chai angeboten oder bei Nachfrage ebenfalls gratis. 
  • Wasser gibt's häufig direkt an Wasserstellen, die überall in der Gegend verteilt sind. An Straßen, in Dörfern oder Städten finden sie sich. Es gibt eigentlich keinen Grund Wasser zu kaufen. Die Qualität aus den Quellen ist gut. Das Wasser schmeckt und ist schön kalt. 
  • Die Menschen sind unglaublich freundlich und laden einen ein, schenken einem Kirschen usw. 
  • Beim Fahren und auch in den Großstädten haben wir lange Hosen getragen. Nicht weil es Vorschrift ist, sondern weil beinahe niemand hier mit kurzen Hosen unterwegs ist. Auch nicht bei 40" C. Wir fühlen uns einfach besser damit. 
  • Auf dem Land trägt Lena ein Kopftuch. Jedes kleine Mädchen trägt dort schon eines. Sie hat bei einem Ramadan-Dinner ein Kopftuch geschenkt und das richtige Tragen erklärt und gezeigt bekonmen. Aber meist bindet sie sich es nur auf die leichte & schnelle Variante, wie es die kleinen Mädchen machen, um. 
  • Die Türken sind absolut verrückt nach Plastiktüten. ALLES aber auch wirklich alles wird eingetütet. So schnell kann man gar nicht hinschauen und ablehnen, wie die Verkäufer einem alles in Tüten einpacken. Wir versuchen, oft erfolgreich, schnellstmöglich schon zu bedeuten, dass wir einen Rucksack/eine Tüte dabei haben,  und verneinen mit dem Wort "hayır",  dass wir keine Tüte habe möchten. Daraufhin wird man regelrecht dumm angeschaut, geradezu als ob man bescheuert wäre. Diese Blicke können einen auf Dauer echt nerven. 
  • Müll!!! Es bleibt uns einfach ein Rätsel. Gerade bei den Türken, die wir erlebt haben, welche gerne draußen im Grünen sind und Picknick machen. Sie sitzen oft mitten im Müll und essen. Der Müllberg wird einfach noch verschlimmern und vergrößert. Gerade auch im Gebirge an Rastplätzen mit einer Wasserstelle. Der kleine Fluss, der sich durch die dauerhaft laufenden Quellen ergibt ist ständig voller Müll. Auch drumherum sieht es aus wie sau! Alles voller Müll und die Menschen schmeißen munter immer weiter! 
  • Für das Überqueren der Ampeln gibt es eine ganz simple Regel: grün " no panik - go", gelb:" go... go....go...", rot: "gogogogogogo" (run!!!)! 
  • POSTE RESTANTE funktioniert sowohl in Istanbul als auch in Ankara. Unter Tipps gibt's Infos dazu.
  • Hinter Kappadokien, hinter oder vor den Dörfern sieht man oft kleine Ansammlungen von Zelten und Autos mit "Flüchtlingen". Sobald wir winken wird fast immer freudig zurück gewunken! 
  • Diejenigen,  welche der englischen Sprache mächtig sind,  haben von sich aus oft das Thema Politik und die derzeitigen Probleme zwischen Deutschland und der Türkei angesprochen. Wir haben dazu in der Regel immer nur gesagt, dass das nur Politik sei, die Menschen selbst aber überhaupt keine Probleme miteinander haben und wir das hier ganz deutlich merken. Ganz im Gegenteil, eigentlich haben sich alle gefreut, wenn sie gehört haben, dass wir Deutsche sind und gerade jetzt, ungeachtet der vielen Anschläge und politischen Spannungen ihr Land besuchen.
  • Wir haben mitbekommen, dass durchaus Wut auf die wahlberechtigten Türken in Deutschland herrscht, die zum großen Teil für die Verfassungsänderung gestimmt haben. Die, die nicht im Land leben, bestimmen mit über dessen Zukunft. 
  • aktuell finden die Türken es toll, dass wir als Deutsche hierher kommen. Die zweite Frage lautet eigentlich immer wie uns die Türkei gefällt. Wenn wir dann ehrlich mit "çok iyi" (sehr gut) antworten bekommen wir ein breites Lächeln entgegen gebracht.
  • Am Straßenrand gibt es viel zu gucken. Hier eine kleine Liste was sich dort so alles finden lässt: (Reihenfolge nach Häufigkeit) 
    • Plastikflaschen
    • Autoteile /Reifenteile
    • volle Windeln
    • Verpackungen jeder Art 
    • Getränke-Dosen 
    • Plastik-Tüten
  • Bier ist relativ teuer und gibt's nicht in jedem Supermarkt. Getränke-Kisten mit der Aufschrift "Efes" vor dem Laden verraten aber die Bezugsquellen. 
 
Unterkünfte
Zumindest zwei Unterkünfte haben uns besonders gut gefallen: 
Geröme: Jasmin Guesthouse 
Sivas: Hotel Apart 

 

 

Blogeinträge zu Türkei

Zusammenfassung Türkei

 

Inzwischen ist die Zusammenfassung der Türkei auch fertig!

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Tacho

Das ist das tolle an so einer Reise - man weiß nie wie der Tag endet.

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ein ganz normaler Tag in der Türkei

Das ist das tolle an so einer Reise - man weiß nie wie der Tag endet.

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5000,2000,100,3

Vier Zahlen in denen viel Kraft, viel Schweiß und viele Erlebnisse stecken.  
Wir sind inzwischen in Erzurum angekommen und haben kurz vorher die 5000km voll gemacht.
Über 100 Tage sind wir jetzt schon unterwegs - 106 um genau zu sein. 
Die höchste Erhebung,  auf die wir uns gestrampelt haben war über 2000m hoch.

 

Es gab 3 platte Reifen, alle an Emils Hinterrad. Allerdings waren alle auf das gleiche, nicht behebbare Problem im Mantel zurückzuführen, also eigentlich gab es bisher nur einen Platten. 
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von Erzincan nach Erzurum

immer weiter Richtung Iran

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